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| Startseite Pressespiegel | Donnerstag, 9. September 2010|06:04 |
Gesamtfinanzierung von 11,5 Millionen Euro steht, im Frühjahr soll Baubeginn für den neuen Lambrechterhof sein. Wesentlicher Bestandteil des Hotelprojektes ist die Zusammenarbeit mit dem Stift.
BETTINA OBERRAINER
Als die Baumaschinen dem alten Anwesen den Garaus machten, war ihm klar, dass es einer mittleren Katastrophe bedurft hätte, das Projekt noch zum Scheitern zu bringen. Und dennoch: "Es war wie ein Befreiungsschlag, als es geheißen hat, jetzt geht es los", formuliert Pater Gerwig Romirer. Noch viel tiefer schöpfte vermutlich Bürgermeister Johann Pirer Luft, nach diesem Kraftakt, der ihn doch auch schon an den Abgrund des Aufgebens gedrängt hatte.
Jetzt aber geht es los: Der Neubau des Lambrechterhofes in ein gut 100 Zimmer bietendes Vier-Stern-Hotel soll im Frühjahr starten und vor dem Sommer 2008 bezugsfertig sein.
Die Gesamtfinanzierung steht, alle Verträge und Zusagen liegen schriftlich bereit, die Bauverträge sind unterzeichnet, die Ausschreibungen erledigt. Definiert bis auf jeden benötigten Lichtschalter. Gestern vollzog der Bürgermeister bei Tourismuslandesrat Hermann Schützenhöfer noch einen Formalakt: Die zugesicherten Förderungen müssen aufgrund neuer EU-Richtlinien umgewidmet werden, damit auch die Banken ihre Mittel freigeben.
"Es war irrsinnig schwer, die Finanzierung zusammenzubringen", resümiert Pirer. 11,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben, davon bringt die Errichtungsgesellschaft als Eigentümerin fünf Millionen ein. Die Gruppe setzt sich aus Gemeinde, Stift, dem Plank'schen Liftbetrieb, Hacker Management und Lieb Bau Weiz zusammen. Letztere ist auch bauausführende Firma.
Auslastung
Am Projekt selbst hat sich laut Johann Pirer während der mühevollen Zeit der Realisierungsphase nichts geändert. Wesentlicher Bestandteil sei stets die Zusammenarbeit mit dem Stift gewesen - nicht zuletzt aus Auslastungsgründen. Auch die Förderungen für die "Schule des Daseins", deren erster Bauabschnitt wie berichtet glanzvoll erledigt ist und in der der Seminarbetrieb seit geraumer Zeit läuft, gingen stets mit dem Hintergedanken touristischer Infrastruktur einher.
"In Lambrecht weiß man wahrscheinlich noch gar nicht um die Bedeutung, die diese Belebung mit sich bringt", blickt Pater Gerwig optimistisch in die Zukunft. Und er glaubt fest daran, dass die positiven Auswirkungen etwaige Unannehmlichkeiten "bei weitem" überwiegen werden. Sollte zum Beispiel ein einkaufender Lambrechter den gewohnten Parkplatz nicht mehr ergattern, weil Hotel und Stift ausgebucht sind - nichts Schlimmeres sollte wohl einem Ort passieren.
Die Devise für Naturpark-Touristiker: „Inhaltlich weiterdenken“. Alternativenergie wichtig.
NATURPARK GREBENZEN. Vollbetrieb seit 14 Monaten, am Donnerstag wurde der Neumarkter Ewald Khom als 100.000ster Besucher der Was(s)erlebenswelt Vivarium in Mariahof geehrt. Kein Grund für die Naturpark-Touristiker, zu ruhen: „Viel zu tun gibt es in Sachen Gruppentourismus, der Teich muss schwimmfähig gemacht und der Wellness-Außenbereich ausgebaut werden“, so Geschäftsführer Bernhard Stejskal. Auch „inhaltlich weiterdenken“ heißt die Devise.
Im Energiebereich setzt man voll auf Autarkheit und die Alternativschiene: Die Hackschnitzelheizung läuft, nun sind Wärmerückgewinnung, Windenergie, Photovoltaik und Erdwärme ein Thema – nicht zuletzt als Imagegewinn für den Naturpark. Stejskal: „Solarenergie auf der Dachfläche ist ein Muss!“
Neues tut sich in Zeutschach und am Furtner Teich: Bei der Vogelwarte bringt die Landes-Naturschutz-Abteilung ein Feldforschungsprojekt für Vogelzug in Gang. Motto: Wissenschaft, an der auch Besucher Anteil nehmen können. In Zeutschach investiert der „astronomisch besessene“ Wiener Gast Roman Schmidt in eine Sternenwarte (Gesamtkosten 520.000 Euro). Auf einer Anhöhe entsteht ein zweigeschossiger Bau mit Kuppel. Die behördlichen Genehmigungen sind unter Dach und Fach.
Ein Betrag von BETTINA OBERRAINER aus der Kleinen Zeitung
... hier gehts zum Artikel »Seit einem Jahr gibt’s was zu erleben in Mariahof: Vivarium brütet über Eier und der Zukunft.
BETTINA OBERRAINER
Der Stirnlappenbasilisk hat schon Nachwuchs bekommen, die Brillenkaiman-Mama ihre Eier eingegraben. Da können doch die Schildkröten nicht nachstehen! Kurzum, es tut sich was. Im Vivarium. Aber das erwarten Besucher schließlich von einer „Was(s)erlebenswelt“. Außer vielleicht jene, die sich in aller Ruhe eine Aufguss holen und mit einer Massage verwöhnen lassen wollen… 75.000 waren es, die binnen eines Jahres die jüngste Mariahofer Attraktion in Anspruch genommen haben. Genau dieses Jahr ist nun voll – Anlass also, Bilanz zu ziehen und an der Zukunft zu basteln.
„Es war eine große Spannung, aber die Magnetwirkung, der Impuls für die Region ist entstanden“, so Kultur- und Tourismusmanager Bernhard Stejskal von der Naturpark Grebenzen EntwicklungsGesmH.
Ausbaupläne
Auf den Lorbeeren ausruhen? Keinesfalls: „Wir brauchen die Weiterentwicklung, um die Magnetwirkung aufrecht zu erhalten“, informiert Stejskal über Ausbaupläne. Zu klein seien der Amazonas- und vor allem der Wellness-Bereich, immer wieder hätten Gäste dies bemängelt.
Erweitert werden mit einem Wasserbiotop inklusive Hängebrücken und Steg sowie einem Streichelzoo mit seltenen Haustierrassen die Außenanlagen. Die Grazer Firma „Baukoord“ plant zudem ein Vivarium-Hotel (120 Betten), dessen Lobby an den vergrößerten Amazonas-Bereich andocken soll. Und wem die Piranhas zu wenig Nervenkitzel bieten, der wird womöglich in einem der Baumhäuser Quartier nehmen, die als weitere Unterkünfte im gemeindeeigenen Waldgrundstück entstehen. Weiterer Optimierung bedarf unter anderem der Energie-Sektor, ein richtiger Schritt jedenfalls war die Biomasse-Heizung.
Und was spielt sich im Inneren ab, außer der Liebesaktivität der Kaimane und die fortwährende Wucherung des Urwaldes? Die Installierung eines Naturpark-Informationszentrums etwa, in dem der Verein Naturpark Grebenzen Wissenswertes über den Park vermitteln wird.
„Trotz aller Unkenrufe ist hier etwas entstanden, was entwicklungsfähig ist“, hält Bernhard Stejskal fest und peilt, die Besucher betreffend, die 100.000er-Marke an. Dafür sei regionale Zusammenarbeit gefragt. Die kleinen Stirnlappenbasilisken, die anlässlich des Jahresfestes auch „Chef-Touristiker“ Hermann Schützenhöfer besuchte, würden es alleine nicht schaffen.
Nicht nur Heizöl wird teurer, auch Pellets liegen im Preis derzeit deutlich höher als vor einem Jahr.
FRANZ POTOTSCHNIG,
JOSEF FRÖHLICH
Der Pensionist Rudolf Klösch aus der Breitenau ist sehr verärgert: „Im Jahr 2004 hab’ ich meine Heizung auf Pellets umgestellt, weil das für die Umwelt besser ist und ich dadurch vom Ölpreis unabhängig bin. Aber mit den Pellets ist es ja nicht anders, da steigen die Preise ja genauso an wie beim Öl!“
In den letzten Tagen hat sich Klösch nämlich bei steirischen Pelletshändlern nach den derzeitigen Preisen erkundigt: „Der Günstigste gibt die Tonne um 195 Euro her, im Vorjahr bezahlte ich 149 Euro. Das ist eine Steigerung um 31 Prozent. Andere verlangten überhaupt gleich 240 Euro!“
Bei der „Regionalenergie Steiermark“ in Weiz, die sich sehr für die Verwendung alternativer Energieformen einsetzt, versteht man den Ärger. Projektbetreuer Robert Glettler bestätigt diesen Preisanstieg, „aber hier sind mehrere Dinge zusammen gekommen“: So waren laut Glettler im Sommer des Vorjahres die Lager der Produzenten übervoll, der Preis für Pellets sank deshalb um fast 20 Prozent. Dazu kommt heuer, dass wegen des strengen Winters wenig Holz für die Pelletsproduktion da ist. Und der dritte Grund: „In Italien ist die Nachfrage so groß, dass die Ware um 160 Euro ab Werk weggeht, das erhöht auch hier die Preise.“
Dass sich die Preisspirale bei Pellets und anderen Holzprodukten parallel zur Entwicklung bei Gas und Heizöl dreht, bestreitet Glettler aber: „Es werden derzeit zwei Pellets-Anlagen in Österreich errichtet, weiters werden in Slowenien, Tschechien, Ungarn und anderen Nachbarländern Anlagen gebaut. Sind die einmal in Betrieb, wird der Wettbewerb sicher die Preise drücken.“
Beim Fohnsdorfer Brennstoffhändler Karl Stadlober kostet die Tonne Pellets derzeit 199 Euro bei einer Abnahmemenge von sechs Tonnen. „Wahrscheinlich wird es heuer noch nach oben gehen, langfristig aber billiger werden“, glaubt er. Die Steigerung sei relativ, da die Preise im Vorjahr extrem verfallen seien. Pellets seien noch immer deutlich billiger als Öl und Gas.
„Ein ganz neues Gefühl“
Die Stimmung in St. Lambrecht steht ganz auf „endlich geht es los“. Mit dem Vier-Sterne-Projekt Lambrechterhof nämlich. Abriss ist im Gang.
BETTINA OBERRAINER
Auch für mich ist es derzeit ein ganz neues Gefühl, durch den Ort zu gehen.“ Zum Glück ein positives, denn die Stimmung, die St. Lambrechts Bürgermeister Johann Pirer seitens der Bevölkerung entgegenschlägt, ist ganz auf den Umbau des altehrwürdigen Lambrechterhofes in ein Vier-Stern-Haus eingestellt. „Endlich geht es los, und die Leute wünschen uns viel Glück für das Projekt“, so Pirer.
Wie berichtet gehen Gesamtabbruch und Neuerrichtung in die Zielgerade, und tatsächlich haben vergangene Woche die Abrissarbeiten begonnen. Den ganzen Juni sollen sie in Anspruch nehmen. Von außen ist zwar noch nicht allzu viel davon zu bemerken, doch die Nebengebäude im Hof sind bereits Geschichte.
Freilich ist und bleibt die Finanzierung ein nicht unkompliziertes Unterfangen, und „der Hund liegt im Detail“, wie es der Bürgermeister ausdrückt. Schließlich geht es um eine Investition von 11,5 Millionen Euro. Dazu kommt, dass es „in unserer Randlage ohnehin schwierig ist, jemanden für so ein Projekt zu begeistern“, weiß Johann Pirer. Sprich: Reiche Onkels aus Amerika fallen nicht vom Himmel.
Grundsätzlich sind alle Zusagen unter Dach und Fach und die Förderungen nicht das Problem. Doch rund eine Woche soll es noch dauern, bis alles schwarz auf weiß ist und die letzten Verträge unterschrieben sind.
Der Plan sieht den tatsächlichen Baubeginn für Juli vor. Betreiber des künftigen Vorzeigehauses ist das Österreichische Verkehrsbüro, Eigentümer das Benediktinerstift.
www.mariahof.at
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